Donnerstag, 30. April 2015

Was mir zur Zeit hilft

Ich habe sehr lange nichts mehr gepostet, weil es mir einfach zu schlecht dafür ging. Keine Kraft, keine Energie - nur das Gefühl einer großen Sinnlosigkeit.

Nachdem mir der Aufenthalt in einer psychosomatischen Tagesklinik 2013 sehr gut getan hatte (ich berichtete hier darüber), erlebte ich schon kurze Zeit nach der Entlassung einen Totalabsturz in eine Hölle aus Ängsten, Panik, Sorgen und schwarzgrauen Depressionen.

Besonders die Angstzustände waren für mich außerordentlich quälend. Jeden morgen schon beim Aufwachen waren sie da und versauten mir den Tag von Anfang an. - Am liebsten hätte ich nur noch geschlafen, wenn das möglich gewesen wäre, einfach um der Angst und den quälenden Gedanken zu entgehen die mich Tag für Tag zu Boden drückten. Leider konnte ich aber sehr häufig nur ganz schlecht schlafen und lag spätestens um 6:00 Uhr morgens wach, um mich noch 2 Stunden vor dem neuen Tag zu fürchten.

Nach dem Aufstehen wurde es dann meistens etwas besser wenn ich mich auf meine tägliche Rückengymnastik konzentrierte. Einfach mal auf etwas Anderes konzentrieren als meine Ängste, Sorgen und Depressionen. Die Gedankenkreise kurz durchbrechen und das gute Körpergefühl genießen daß sich nach dem Training durch die anschließende Entspannung einstellt.

Und dann innerlich vor dem "Berg" der alltäglichen Aufgaben stehen, der für gesunde Menschen ein Witz wäre - mir war manchmal schon das Rasieren, Zähneputzen, Duschen und Eincremen eine große Hürde...
Ein Gedanke half mir dabei: Du machst alles einfach ganz langsam und gemütlich - eins nach dem Anderen, Schritt für Schritt - und schaust gar nicht auf den ganzen Tag vor dir sondern nur auf den Moment, den nächsten kleinen Schritt.

Ich hatte mir in meinem ersten Übermut nach der Tagesklinik einen kleinen 450€-Job ergattert, der mich aber nach kurzer Zeit so sehr überforderte, daß die schon überwunden geglaubten Ängste ganz schnell wiederkamen und mich fest in ihre Klauen nahmen - ohne Chance mich dort aus eigener Kraft wieder zu befreien - also schmiss ich den Job nach 3 Monaten wieder hin und bewarb mich erneut um Aufnahme in der Psychosomatik, diesmal stationär um wirklich mal aus Allem rauszukommen.

Ich bemerke gerade, daß ich mir erst einmal allen möglichen Mist der sich bei mir angesammelt hat,
von der Seele schreiben muß, bevor ich darüber schreiben kann was mir gerade hilft - denn glücklicher Weise geht es mir mittlerweile besser! :-)
Also wird das hier Teil 1 von wohl 2 bis 3 Blogposts. Erstmal bis hierhin und später weiter.>>> 

Kommentare:

  1. Danke für dein teilen Ralf. Ich les gern von dir, du schreibst so das sich Betroffene damit identifizieren können und das hilft dabei, sich nicht alleine damit zu fühlen. Schon das es dir besser geht. Freu mich schon auf die nächsten Teile.
    LG Liane

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  2. Freue mich sehr für Dich.L-G Burkhard

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  3. Von mir auch ein herzliches "Danke!". Wünschte mir, dass viele meiner ehemaligen Patienten das lesen könnten.
    Habe vor knapp zwei Wochen beim "Fest der Kulturen" in Salzburg eine ehemalige Patientin spontan getroffen und sie dann fröhlich in Tracht volkstanzen gesehen. So etwas ist immer eine große Freude.

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