Mittwoch, 11. Dezember 2013

Die Zeit danach

Eine der wichtigen Erkenntnisse aus acht Wochen Psychotherapie in der Tagesklinik lautet: Kontakte mit Menschen tun mir gut!
Wusste ich auch schon vorher ;-) 
Allerdings habe ich nun bemerkt daß Kontakte der andersdenkenden Art z.b. mit Nichtchristen und Moslems mir ebenso gut tun wie Kontakte mit Christen - es müssen nur halbwegs nette Leute sein! Ach - die Zeit würde mir fehlen ein Resümee dieser kostbaren Zeit zu schreiben. Oder soll ich's doch versuchen? So mit Teil 1 bis 20?
Und, by the way, Kontakte mit Christen können manchmal vielleicht sogar wesentlich mehr nerven und anstrengen als der Kontakt mit glaubenslosen oder nur schwammig gläubigen Zeitgenossen. Denn die Christen setzen einen so häufig unter einen merkwürdigen Erwartungsdruck. (Sei doch mal frommer, fache den Glauben wieder neu an, tu Buße, sei wieder fröhlich usw.)
Kein Einfühlungsvermögen und viel fromme Sprüche. Viele unbrauchbare "Schläge des Rates", die mich noch zusätzlich zu meinen seelischen Belastungen belasten. Sie sind niemals in meinen Schuhen gegangen wollen mir aber erzählen wie der Hase läuft und was ich zu tun und zu lassen habe! :-(


Gottseidank machen das nur Einige, nicht Alle. Ähnliches Verhalten ist mir auch schon in der Bibel bei den Schriftgelehrten und Pharisäern aufgefallen.
Mt 23,4 [...] Sie binden aber schwere und schwer zu tragende Lasten zusammen und legen sie auf die Schultern der Menschen, sie selbst aber wollen sie nicht mit ihrem Finger bewegen. (Zitat: rev.Elberfelder1985)
Hmm, gehört das nun eher in meinen meist frommen Blog? Ist mir wurscht! Habe sowieso zu viele Blogs ;-) und bin ja derselbe Mensch. Und ich habe mittlerweile gelernt daß es nicht unbedingt unheilig sein muß sich auch mal kräftig zu ärgern und diesen Ärger auch kund zu tun.
Deshalb sind wahrscheinlich einige Leute in der Klapse oder ähnlichem Betrieb: Über Jahre oder Jahrzehnte hinuntergeschluckter Ärger! Der macht nämlich krank und äußert sich womöglich in Magengeschwüren, Tinnitus und Herzkrankheiten oder Anderem. Das lehrt uns die Psychosomatik.
(Ich habe so richtig Lust mich zu streiten)

Jedenfalls hat mir die psychosomatische Therapie so einiges an Erkenntnissen über mich und mein Verhalten offenbart. Und das Wichtigste: Meine Angstsymptomatik ist deutlich zurückgegangen - es hilft!
Nun muss ich erstmal wieder in meinem Alltag zu hause ankommen, ist gar nicht leicht, weil mir das Stützkorsett der Leidensgenossen und Therapeuten fehlt! Muß wieder eine neue Struktur für den Alltag finden in der ich mich bewegen und wohlfühlen kann.
Drückt mir die Daumen ihr Nichtchristen und betet für mich ihr Gläubigen. Denn die Depression lauert in der Weihnachtszeit vor der Tür. Aber bitte kein manipulatives Gebet sondern ein hörendes. :-)

Genug für heut'.

Kommentare:

  1. Nun überlege mal warum viele CHRISTEN im Kopf krank werden,,weil viele schlaue Christen immer genau wissen was. gut für einen ist.Ist das die Botschaft Jesu .Nein Jesus hat jeden bedingungslos angenommen wie er ist.

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  2. sehr lebensnah geschrieben, mir gefällt sowas und ich denke das es einige christen gibt denen es auch so geht. freu mich schon auf teil 2 bis 20 :-D

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  3. Hallo Ralf,
    mit diesem Beitrag sprichst du mir wirklich aus dem Herzen !
    Schon oft hatte ich den Verdacht, die lieben Geschwister die für alles und jedes einen frommen Spruch parat haben, haben wohl das grosse Glück, noch nie in ihrem Leben ein echtes Problem gehabt zu haben ?
    Wie ich lese, bist du zur Zeit ziemlich gut drauf und ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass es lange lange anhalten möge !!
    Liebe Grüsse aus der Schweiz

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